Pfarrkirche Heilig Kreuz

Pfarrkirche Heilig Kreuz

Projekt

Umgestaltung

Dülmen

2005

Entwurfs-/Architekturkonzept

Die Pfarrkirche Heilig-Kreuz in Dülmen von Dominikus Böhm, fertiggestellt 1939, gehört zu den bedeutendsten Kirchbauten der Moderne in der Region. Ihre Entstehung und ihr Konzept ist eng verbunden mit der Geschichte der seliggesprochenen Anna Katharina Emmerick (1774 – 1824), die hier begraben liegt. Der monumentale rechteckige Saalbau vereinigt als Einraum Hauptschiff und Chorraum und steigert sich über den außergewöhnlich hohen Stufenberg des historischen Altarraumes hin zum anschließenden, überhöhten Lichtraum des Grabraumes. Das liturgische Konzept der Zentrierung auf den Altar fand durch die räumliche Inszenierung und durch die Lichtführung ihr baukünstlerisches Äquivalent im Sinne eines gebauten Bildes.

 

Die Aufgabe der Umgestaltung rührt aus dem gewandelten liturgischen Verständnis, welches den Altar eher als Mittelpunkt der versammelten Gemeinde versteht. Es galt, dem alten ein starkes neues Bild hinzuzufügen, ohne die Baugeschichte und die Liturgiegeschichte zu leugnen. Die neue Altarinsel in geräucherter Eiche sowie der Altar, der aus 16 massiven Eichenstelen und einer Travertinmensa besteht, setzen dem Bestand ein neues Material und ein neues Bild der Gemeinschaft gegenüber. Altarpodest und Altar beziehen ihre räumliche Wirksamkeit aus der geometrischen Präzision und der Einfachheit und Klarheit von Material und Proportion. Sämtliche Ausstattungsgegenstände sowie die Pendelleuchten sind im Zusammenhang der Umgestaltung neu entstanden.

 

Ebenfalls in radikaler Reduktion erfolgt die Gestaltung des historischen Altarpodestes: am Ort des historischen Altars, der seit 30 Jahren verloren ist, steht ein überhöhtes Kreuz in der Bedeutung eines Triumphkreuzes - weniger in der Bedeutung eines Leidenskreuzes - das die Schwelle vom Kirchraum zu einem jenseitigen Lichtraum symbolisiert. Das Böhmsche Konzept sah bereits diesen Lichtraum, die sog. Unterkirche als Grablege der Emmerick vor. Erst jetzt ist mit der Umbettung und der Neugestaltung des Grabes dieses Konzept vervollständigt worden.

 

Im Souterrain des Kirchengebäudes ist eine museale Gedenkstätte der seligen Anna Katharina Emmerick entstanden. In einem ehemals kellerähnlichen Raum ist u.a. das historische Krankenzimmer der Seligen ausgestellt sowie eine Vielzahl z.T. wertvoller historischer Stücke und Schriften. Ausstattung und Möblierung dieser Gedenkstätte waren Teil der Bauaufgabe ebenso wie die Schaffung des großzügigen Tiefhofs, der einen barrierefreien Zugang zur Gedenkstätte zulässt.