Martinszentrum

Martinszentrum

Projekt

Neubau eines evangelischen Gemeindezentrums an der Martinskirche Bottrop

 

Bauherr

Evangelische Kirchengemeinde Bottrop

 

Wettbewerb

1. Preis 2011

Fertigstellung März 2014

 

 

Zum Städtebau

Durch die städtebauliche Konfiguration des Neubaus werden gemeinsam mit der Martinskirche drei Freibereiche definiert: Der schon vorhandene Kirchenvorplatz an der Osterfelder Straße, ein offener und einladender Gemeindehof zwischen Kirche und Neubau sowie ein geschützter Garten für die Gemeinde und die Kindertagesstätte auf der straßenabgewandten Seite. 


Der dreigeschossige Hauptbaukörper stellt sich hart an die Kante der Straße An der Martinskirche und definiert den Straßenraum, der durch das zurückgesetzte Parkhaus aufgeweitet ist. Mit dem zweigeschossigen abgetreppten Bauteil wird die Traufhöhe der Martinskirche wieder aufgenommen. Die südöstliche Auskragung wirkt als Zeichen für den Eingang und den Gemeindehof und ist bereits von der Osterfelder Straße aus wahrnehmbar.

 

Zum Gebäude

Die Entwurfsaufgabe lautete, für die fusionierten Evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Bottrop ein Zentrum zu bauen, das Gemeindesaal, Kindertagesstätte, Jugendräume, Verwaltungs- und Beratungsräume unter einem Dach vereint und eine Verbindung zum Kirchraum der Martinskirche ermöglicht.


Das Gebäude öffnet sich mit seinen Hauptzugängen sowie mit dem verglasten Übergang zur Kirche zum Gemeindehof hin. Sowohl der überhöhte Gemeindesaal als auch das Verwaltungsgebäude sind lesbar und den Eingängen zuzuordnen. Das Gemeindefoyer ist Schnittstelle zwischen Hof, Saal, Küche und Verwaltung.

 

Ein großzügiger Unterschnitt nördlich im Gebäudekörper definiert den Eingang zur Kindertagesstätte und zu den Jugendräumen. Das angegliederte Treppenhaus lässt sowohl die getrennte Erschließung als auch die Verbindung der beiden Bereiche zu. Die Gruppenräume zeichnen sich als Kuben auf der Rückseite des Gebäudes ab und schaffen somit eine eigene Identität des Kinder- und Jugendbereiches. Die Dachflächen der Kuben sind als Terrassen ebenfalls dem Jugendbereich zugeordnet.

 

Der Verwaltungs- und Beratungsbereich liegt im 1. und 2. Obergeschoss des Gebäudes. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein großzügiges Treppenhaus, das den Blick auf die Martinskirche zulässt. Mehrere Aufweitungen gliedern die Flurzonen des Verwaltungs- und des Beratungsbereiches, bilden angemessene Wartebereiche und führen Tageslicht in das Gebäude.

 

Zum Material

Für die Fassaden des Neubaus wird ein rotbrauner Klinker gewählt, der sich an das Material der Martinskirche anlehnt und eine Zusammengehörigkeit beider Bauten verdeutlicht. Die Klinkerflächen im Sockelbereich sind durch die hervorstehende Köpfe „expressiv“ behandelt; sie markieren auf spielerische Weise den Bereich der Kindertagesstätte.

 

Die Teilung der Fassade folgt einem durchgehenden Raster; es ist frei interpretiert durch das wiederholte Weglassen von Öffnungen, ohne dadurch die flexible Nutzung des Grundrisses einzuschränken.

 

Zur Martinskirche

Die Sakristei der denkmalgeschützten Martinskirche wird erhalten, der neue Baukörper schließt in gleicher Höhe an den Bestand an. Durch die Glasfassade zum Gemeindehof ist eine deutliche Unterscheidung zwischen Alt und Neu gegeben.

 

Zu den Freianlagen

Das Natursteinpflaster des Kirchenvorplatzes wird im Gemeindehof weitergeführt und betont die Zusammengehörigkeit beider Gebäude.

 

Die Lage des Hauptbaukörpers dicht an der Straße erlaubt eine relativ große und geschützte Gartennutzung. Der Garten ist im Wesentlichen der Kindertagesstätte zugeordnet, die Lage des großen Saales erlaubt jedoch auch eine Nutzung durch die Gemeinde. Den Gruppenräumen und dem Gemeindesaal sind Terrassen zugeordnet, der übrige Teil des Gartens ist durch Sandflächen, Rasenflächen und Baumbepflanzung kindgerecht und naturnah gestaltet.