Pfarrheim St. Paulus

Pfarrheim St. Paulus

Projekt

Neubau Pfarrheim St. Paulus, Recklinghausen

 

Baubeginn 2015

Fertigstellung 2016

 

Bauherr

Kath. Propsteigemeinde St. Peter, Recklinghausen

 

 

Zur Aufgabe

Als Ersatz für das nach heutigen Maßstäben zu große ehemalige Paulushaus sollte ein zeitgemäßes Pfarrheim entstehen, das den Erfordernissen der Gemeinde am Standort St. Paulus entspricht. Entsprechend der heutigen intensiven Nutzung bilden Foyer und Saal in Verbindung mit Küche und Theke das Zentrum des Hauses. Darüber hinaus werden zwei Gruppenräume angeboten sowie die erforderlichen Nebenräume. 

 

Zum Städtebau

Der Ort ist dominiert von der großartigen städtebaulichen Figur der Paulusstraße, des Paulusplatzes und der zentral angeordneten Pauluskirche. Der Neubau fügt sich in diese weitgehend ungestörte Struktur ein und obwohl die Höhenentwicklung des Neubaus durch die Eingeschossigkeit begrenzt ist, vermag ein klarer und einfacher Baukörper die Raumkante entsprechend der gegebenen Fluchtlinie zu bilden. Das Gebäude bedarf keines Rücksprunges und keines zusätzlichen Vorplatzes, der vorhandene Platz bietet alle Qualitäten und wird weiter gestärkt und aufgewertet.

 

Zum Konzept

Formuliertes Ziel für das neue Pfarrheim war ein enger Bezug zur Kirche und zum Kirchplatz. Es spricht eine Einladung aus an den Kirchenbesucher und an den Passanten. Entsprechend sind sowohl der Saal als auch das zuschaltbare Foyer zum Kirchplatz hin orientiert. Der Saal erstreckt sich über die gesamte Gebäudetiefe und besitzt damit auch eine Orientierung zum Garten. Der Saal ist im Verhältnis 1/3 zu 2/3 teilbar. Er bietet mit 150 qm Gesamtfläche etwa 120 Personen Platz. Eine zusätzliche Option bietet die Zuschaltbarkeit des Foyers, die eine Vergrößerung der Fläche auf gut 200 qm zulässt. Das Pfarrbüro orientiert sich zur Eingangsseite und zum Foyer und ist damit leicht auffindbar.

 

Der westliche Garten weist einen bewusst privateren Charakter auf, zu ihm ist der große Gruppenraum orientiert. Für den Jugendraum besteht die Möglichkeit einer gewissen Separierung, er erhält einen eigenen Zugang und orientiert sich eher nach Süden. 

 

Zur Architektur

Die Kriterien des Entwurfes lauten Klarheit, Bescheidenheit, Einfachheit in der Großform sowie Differenziertheit im Detail. Das Gebäude ist sofort lesbar, es vermittelt seinen Inhalt in angemessener Sprache. Foyer, Saal und Gruppenräume stellen sich mittels großzügiger Öffnungen dar, der Saal darüber hinaus durch seine Überhöhung und das Pultdach. Charakteristisch ist die Unterschneidung der Fassade, die den Eingang definiert.

 

Die Fassade ist in einem hellen Naturstein ausgeführt, der flächig und geradlinig verarbeitet wird. Damit wird auch ohne historisierendes Detail eine Brücke zur Kirche geschlagen. Der Naturstein ist als Bodenbelag weitergeführt, ansonsten sind die Innenräume durch helle Wände und Holz charakterisiert. Ein Lichtband parallel zum First führt großzügig Tageslicht in den teilbaren Saal. Das Licht, der Kalkstein, die großflächigen Holzeinbauten prägen die heitere Stimmung der Innenräume.