Wettbewerb
2. Preis 2025
Der städtebauliche Kontext des zu errichtenden Quartiers ist durch die kleinteilige Einzelhausbebauung mit relativ hoher Dichte westlich und südlich des Grundstücks gekennzeichnet, durch die Grünstruktur, die der westlichen Bebauung vorgelagert ist sowie durch größerformatige Gebäude nördlich und östlich mit dem Josefzentrum als unmittelbarem Bezugspunkt.
Die Ziele der städtebaulichen Entwicklung liegen in einer geordneten und maßstäblichen Raumkante zur Nordwalder Straße, in der Verknüpfung von Nordwalder Straße und Josefsplatz, in der Aufwertung dieses Platzes als Quartiersplatz und natürlich in der Realisierung guter Wohn- und Aufenthaltsqualitäten im neuen Quartier.
Die straßenbegleitende Bebauung berücksichtigt mit einer asymmetrischen Dachform den Kontext und die Höhenentwicklung der Nordwalder Straße, für die nördlichen Gebäude wird im Übergang zum Pfarrzentrum und in Respekt vor dem Kirchengebäude ein Flachdach vorgeschlagen. Gleichwohl gewinnt das Quartier eine verbindende bauliche Identität durch die gemeinsame Mitte sowie durch die architektonische Identität der vier Gebäude.
Angeboten wird wie gewünscht ein breiter Mix von Wohnnutzungen für unterschiedliche Zielgruppen, ergänzt um eine Tagespflege. Während die nördlichen Gebäude typologisch sehr spezifisch auf zwei Gruppenwohnungen, auf kleinere Wohneinheiten für betreutes Wohnen sowie auf die Tagespflege ausgerichtet sind, lassen die südlichen Gebäude Wohnungen unterschiedlicher Größe im Sinne eines Generationenwohnens zu.
Um eine klare Adressbildung zu unterstützen, sind alle Gebäude von der Straße bzw. von den Wegen aus erschlossen. Die Treppenhäuser sind erdgeschossig auch an den privaten Innenbereich angeschlossen, um die gemeinsame Mitte zu einem funktionierenden nachbarschaftlichen Treffpunkt der Bewohner aller Altersgruppen werden zu lassen.
Die Gebäude erhalten jeweils eine Teilunterkellerung in der erforderlichen Mindestgröße zur Aufnahme der Technik- und der Abstellräume.
Die Gebäude sind als Holzrahmenbauten mit Holz-Beton-Verbunddecken mit aussteifenden Kernen aus Stahlbeton konzipiert. Für die Fassaden werden Klinker-Schindeln als leichte Vorhangkonstruktion vorgeschlagen. Damit schlagen die Gebäude den Bogen zu den umgebenden Ziegelarchitekturen und werden gleichzeitig den zeitgemäßen Ansprüchen an eine ressourcenschonende und nachhaltige Bauweise gerecht.
Die Energieversorgung der Gebäude erfolgt über eine elektrisch betriebene Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen zur Nutzung der Erdwärme. Sie wird kombiniert mit einer Photovoltaik-Anlage auf den Dachflächen und Batteriespeichern im Technikraum. Die Wärmeverteilung erfolgt grundsätzlich durch Niedertemperaturheizsysteme in Form von Fußbodenheizungen.
Die Figur der gemeinsamen privaten Mitte des Quartiers ist nicht zuletzt am Standort der vier erhaltenswerten Bäume orientiert. Sie bilden den Ausgangspunkt für die naturnahe Gestaltung des Hofes. Die Freifläche integriert die unterschiedlichen Ansprüche an den Außenraum vom ruhigen Verweilen, dem geselligen Miteinander bis zum Spiel der Kinder.
Die Stellplätze sind entlang der Erschließungswege untergebracht, so dass die grüne Mitte autofrei bleibt. Die Stellplätze sind durch regelmäßige Baumreihungen gegliedert.